Über uns
Entstehung von ArchE
Im Sommersemester 2013 begannen Christoph Gütermann, Toni Mair, Walter Schicho und Hermann Spirik mit einem Forschungsseminar der Internationalen Entwicklung (IE) unter dem Titel "Archive des Helfens?", wobei das Fragezeichen im Sinne eines kritischen Zugangs das "Helfen" hinterfragen sollte.
Gemeinsam mit Studierenden und Gesprächspartner*innen aus Politik und Praxis gestalteten wir dann Semester für Semester Struktur und Inhalte von ArchE. Vieles, was Sie im Folgenden finden, stammt aus Forschungsseminaren des Diplom- bzw. Masterstudiums.
Forschungsseminare der IE erstrecken sich über zwei Semester, wobei das erste einer inhaltlichen und methodischen Einführung gilt, während das zweite die Sammlung von Daten, deren Analyse und Interpretation sowie die Abfassung einer schriftlichen Arbeit umfasst.
Ziel der gemeinsamen Arbeit war es, ein (digitales) Archiv der OEZA zu schaffen, das im Rahmen eines zeitlich weit gefassten Forschungsprojekts Dokumente, Kommentare und Kontextbeschreibungen erfasste. Damit sollte nicht nur die Geschichte der Entwicklungszusammenarbeit festgehalten, sondern auch die notwendigen Grundlagen für eine kritische Beurteilung und historische Kontextualisierung geschaffen werden.
Forschungsansatz
Die Studierenden und weiteren Mitarbeiter*innen brachten spezifische Kenntnisse aus den unterschiedlichen Feldern der Internationalen Entwicklung ein und erweiterten ihre Kompetenzen im Hinblick auf Informations- und Datenverarbeitung, Dokumentation, Geschichtsforschung, historische Diskursanalyse, Interpretation wirtschaftlicher Daten, Erhebung und Verarbeitung qualitativer Daten (Lebensgeschichten, narrative Interviews, Bildquellen u.a.) und Aufbau und Auswertung von Textkorpora (Medien, Parlamentsprotokolle, Konferenzberichte u.a.).
Themen der Forschungsseminare
2010 bearbeitete ein Gruppe Studierender Bildmaterialien aus dem Archiv von HORIZONT3000 und verwendete ein Auswahl davon für die Befragung von Österreicherinnen und Österreichern mit dem Ziel, deren Sicht auf EZA und die darin involvierten Menschen zu evozieren: "Das Bild der Anderen".
Drei Forschungsseminare von 2013 bis 2015 galten historischen Perioden
- das "Altertum" der EH von den Anfängen bis 1973 (Entwicklungshilfegesetz)
- das "Mittelalter" (zweite und dritte Entwicklungsdekade), und
- die "Neuzeit" (1990 bis 2003 – EZA-Gesetz)
Die anschließende "Zeitgeschichte" ist einerseits bereits durch digitale Quellen umfangreich dokumentiert, braucht andererseits zur neutralen Befassung etwas mehr zeitliche Distanz.
Weitere Forschungsseminare befassten sich mit "Akteuren und Konzepten der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit" (2016) sowie "Schwerpunktländern und Partnerschaftsabkommen" (2017).
Wendepunkt und Weiterentwicklung
Mit Anfang 2018 kam ein Wendepunkt für ArchE.
Unser Freund und "Mittäter" Hermann Spirik ist 2017 unzeitig verstorben, die Geschichte der EZA als Geschichte ihrer Akteure (Mikrogeschichte) erscheint für eine Forschungsfinanzierung nicht attraktiv genug, und die aufwändige und methodisch anspruchsvolle historische Arbeit an diesem Gegenstand hat manche Studierende überfordert. Nichtsdestotrotz haben einige Teilnehmer*innen an den Seminaren das Thema der FoSe-Arbeit auch für ihre Masterarbeit gewählt.
Seit 2018 verstärkt Lisa Bucksch, die am FOSE 2017 teilgenommen hat, mit viel Engagement sowie inhaltlicher und technischer Kompetenz das Team von ArchE.
Ausbau von ArchE
Wir wollen über bestehende Netzwerke, über Medien und private Kontakte möglichst viele Menschen zum Mitmachen bewegen. Angesprochen sind Alle, die in der und über die österreichische Entwicklungshilfe und Entwicklungszusammenarbeit arbeiten oder gearbeitet haben.
Wir suchen:
- biographische Beiträge, Einsatzbeschreibungen, Erinnerungen, Kommentare und Anekdoten
- Beschreibungen von Projekten und Programmen
- Dokumente
- Links zu relevanten Seiten im Internet
- Hinweise auf Orte, wo Quellen zur ÖEH / OEZA eingesehen werden können. Orte, in denen sich Dokumente und schriftliche Darstellungen von Projekten, Prozessen und Biographien finden
- bibliographische Hinweise
- eigene Texte wissenschaftlicher oder literarischer Art, für die Sie einer Veröffentlichung in ArchE zustimmen
- Audiodokumente und Bildquellen können wir zwar archivieren, aber aufgrund des knappen Raumes und unterschiedlicher rechtlicher Bestimmungen nur nach individueller Anfrage und Absprache mit den rechtlichen Inhabern für die Nutzung zugänglich machen. Das gleiche gilt auch für gescannte Dokumente unterschiedlicher Herkunft, für die die Nutzungsbestimmungen der Archive bzw. der Urheber*innen gelten.
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