EWS (Entwicklungswerkstatt Salzburg, 1985 – 1992) & EWA (Entwicklungswerkstatt Austria, 1992 – ca. 2013)

Video: Landtechnik und Regionalentwicklung im Senegal, 1989 von Andrea Fink & Franz Rohrmoser

Im Jahr 1985 gründeten Hans Geißlhofer, Franz Rohrmoser und einige junge und sehr kreative Techniker aus Salzburg gemeinsam die Entwicklungswerkstatt Salzburg (EWS), einen Verein, der technische Lösungen für Entwicklungsländer anbot. EWS entwarf einfache Maschinen, wie Handpumpen für den Sahel und Fahrräder für Nicaragua, sowie ein System von dezentralen Werkstätten für Dörfer ohne Stromversorgung, wo die Maschinen durch ein Antriebs-System mit Lederriemen über einen einfachen Dieselmotor betrieben wurden. Mit den so betriebenen Drehbänken konnten nun wichtige Ersatzteile von Ölpressen, Handpumpen und Landmaschinen vor Ort in Afrika hergestellt werden. Diese Werkstätten sollten die lokale Produktion und Selbstversorgung stärken und wurden zunächst fast schlüsselfertig nach Senegal, Burkina, Benin und Nigeria geliefert.

Mit Hilfe der internationalen Umwelt-Organisation ENDA (Environnement, Développement et Action dans le Tiers Monde) in Dakar und dem senegalesischen NGO-Bauernverband FONGS (Fédération des Organisations Non-Gouvermentales du Sénégal) errichtete die EWS mit Unterstützung des österreichischen Außenministeriums eine erste Werkstätte zur Förderung von Handwerkern sowie Bewässerungs- und Aufforstungsprojekte in Noto, Senegal, nach dem Prinzip der eigenständigen Regionalentwicklung. Im Jahr 1989 wurde diese von Andrea Fink & Franz Rohrmoser dokumentiert (siehe Video Landtechnik und Regionalentwicklung im Senegal, 1989).

Die Entwicklungswerkstatt Salzburg (EWS) wurde von der österreichischen EZA und der österreichischen Caritas für Senegal, sowie gemeinsam mit „Brot für die Welt“ und der deutschen Caritas für Burkina und Benin finanziert. Aufgrund des politischen Wandels und der zunehmenden Marktliberalisierung in der Entwicklungshilfe wurde es jedoch eingestellt (mehr dazu in dem Artikel von H. Geißlhofer „Zwischen Entwicklungspolitik und Projektarbeit“.)

Auch wenn die Produktion der Werkstatt-Systeme zum Stillstand kam, wurden die bereits laufenden Projekte durch die ADC (Austrian Development Corporation) mit Hans Geißlhofer als Projekt-Begleiter weitergeführt.

EWA (Entwicklungswerkstatt Austria, 1992 - ca. 2013)

Die EWA (Entwicklungswerkstatt Austria) wurde schließlich im Jahr 1992 aus der EWS mit einem reduzierten finanziellen Volumen, weniger Personal und dem neuen Leiter Rudolf Graf weitergeführt. Statt des Exportes dezentraler Entwicklungszentren (wie bei der EWS) wurde nur noch eine Kreditförderung für Handwerker-Genossenschaften in Senegal und Burkina weiterfinanziert.

Ingrid Zehetbauer dokumentierte die Ergebnisse später in den beiden Filmen "Frauen, Ton und Karité" sowie "Mein Dorf".

Als der Trend der staatlichen Entwicklungshilfe eindeutig in Richtung multilateraler Hilfe ging, war die fruchtbare Zeit der auf lokale Gemeinschaften zentrierten, partnerschaftlichen und praxisorientierten Entwicklungsarbeit zu Ende.

Video: Frauen, Ton und Karité von Ingrid Zehetbauer

Video: Mein Dorf, EWA 2000 von Ingrid Zehetbauer

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